Oberbürgermeister Dr. Vogel informiert

Impfen der Ü80-Jährigen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich möchte noch kurz auf unser kommunales Projekt Fahrdienst für über 80-Jährige eingehen. Langsam setzt sich auch an anderer Stelle die Erkenntnis durch, dass man diese Altersgruppe mit der Anforderung des Anmeldens bei knappen Terminen und der selbstgeplanten Fahrt nach Zwickau vor Probleme stellt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Strecke in dem Alter schon gar nicht zu bewältigen. Deswegen hatten wir uns frühzeitig entschieden, mit dem DRK zu sprechen und einen kommunalen Fahrdienst anzubieten, wenn man nicht selbständig, also mit Verwandten, Nachbarn und Freunden zum Impfzentrum kommt. Der Presse war zu entnehmen, dass man nun auf Landesebene auch plant, "mit den Kommunen Ältere anzuschreiben", "Taxis zu beauftragen" oder "Fahrdienste zu organisieren". Wie genau, ist offen. Zwischenzeitlich hat sich aber die Unruhe und Verunsicherung bei den Mitbürgern Ü80 weiter ausgebreitet.

Genau dem wollten und haben wir frühzeitig entgegengewirkt. Unser Konzept ist, in einem ersten Schritt alle Fahrwilligen auf der Grundlage unserer Meldedaten zu erfassen, Kontaktdaten abzufragen und ein weiteres Gespräch vorzubereiten. In diesem fragen wir dann die Impffähigkeit ab, besprechen die Aufklärung, bearbeiten gemeinsam den Fragebogen und erläutern, was alles mitzubringen ist. Auf dieser Grundlage werden wir dann straßen- oder ortsteilgenau Termine absprechen, um effektiv den Fahrdienst organisieren zu können. Hier wollen wir mit dem Kreisverband des DRK zusammenarbeiten und auf eigene städtische Fahrzeuge und Fahrdienstleister aus der Stadt zurückgreifen. Auch ein ambulanter Pflegedienst hat bereits seine Unterstützung angeboten. Mit dem DRK sind wir in ständiger enger Abstimmung und haben vereinbart, dass wir kontinuierlich Termine erhalten. Es gibt konkrete Hinweise, dass wir kurzfristig mit den Fahrten beginnen können, obwohl zurzeit der Impfstoff noch knapp ist und daher nur wenige Termine vergeben werden. Wenn alles klappt, können wir 20 Termine pro Tag erhalten.

Um unser Angebot bekannt zu machen, haben wir es über die Presse und soziale Medien veröffentlicht. Weiter wurden Hinweiszettel der Verwaltung in Einzelhandelsgeschäften ausgelegt oder in Briefkästen gemeinsam mit FFP2-Masken eingeworfen. Bisher haben sich bereits 291 Einwohner unserer Stadt zurück- und angemeldet. Wir haben also eine überwältigende Resonanz, die verdeutlicht, dass hier absoluter Handlungsbedarf besteht. Zudem ist Eile geboten, da 69 % der an Corona Verstorbenen aus der Altersgruppe Ü80 stammen. Hier will und wird die Stadt Limbach-Oberfrohna für ihre Einwohner schnelle Unterstützung leisten.

Das Feedback war im Allgemeinen sehr gut verbunden mit der Hoffnung, dass man eine verständliche Beratung erhält und auf einfachem Weg zum Impfzentrum kommt. Gefreut habe ich mich auch, dass sich einige Bürgermeisterkollegen, unter anderem aus Aue-Bad Schlema, Flöha und Hohenstein-Ernstthal bei mir nach unserem Fahrdienst erkundigt haben. Ich habe das Angebot auch dem zuständigen Landesministerium vorgestellt und gleichzeitig dafür geworben, dass man zukünftig dezentral Impfmöglichkeiten anbietet, also z.B. für den nordöstlichen Teil des Landkreises hier in Limbach-Oberfrohna. Ob das Impfen dann über das DRK oder gemeinsam mit unseren Hausärzten vor Ort organisiert wird, kann man in den nächsten Wochen diskutieren.

Ihr
Dr. Jesko Vogel