Neue Sonderausstellung zu sehen

Schloss Wolkenburg zeigt Kontakte zum Sächsischen Hofbaumeister Krubsacius

Die Ausstellung „Ich werde auf den 26. zum Grafen v. Einsiedel nach Wolkenburg gehen.“ Krubsacius: Hofbaumeister ist derzeit bis 29. August im Museum Schloss Wolkenburg zu sehen sein.

Hintergrund:
Friedrich August Krubsacius (1718-1789), Sächsischer Hof- und Oberlandbaumeister und Professor der Dresdner Kunstakademie, gehört zu den führenden Köpfen einer Neuorientierung in der Baukunst seiner Zeit. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Umstände konnten viele seiner Projekte nicht umgesetzt werden, doch spielte er als Bau- und Gartentheoretiker und damit verbunden als Berater vieler Bauherren eine nicht zu unterschätzende Rolle. Er bereitete den Weg von einem überbordenden Barock hin zu einem erneut an der Antike orientierten Klassizismus, der gleichzeitig Ausdruck des aufgeklärten Absolutismus wurde.

Als Detlev Carl von Einsiedel daran ging, Schloss und Park in Wolkenburg umzugestalten, wandte er sich unter anderem an Krubsacius. Das lag nahe, kannten sich die beiden Männer doch aus dem höfischen Kontext und aus den Reihen der Leipziger Oeconomischen Societät. Somit waren sie beide den Ideen des Rétablissements verbunden, das den Aufbau Sachsens nach den Verwüstungen des Siebenjährigen Krieges vorantrieb. Größere Bauvorhaben in Wolkenburg lassen sich dem Hofbaumeister nicht zuschreiben. Doch ein intensiver Austausch und die Beratung in grundlegenden Fragen sind anhand des Besuchs sowie durch mehrere Zuarbeiten und Rückschlüsse nachvollziehbar. So nahm Krubsacius Einfluss auf die Neugestaltung eines Teils des Schlossparks und entwarf wahrscheinlich die Grundstruktur des Festsaals sowie einige kleine Ausstattungsstücke für denselben: die Kommoden, die vor den Fensterpfeilern ihren Platz fanden. Außerdem finden sich seine Überlegungen in einem Plan für einen Landschaftspark in Kaufungen wieder, der allerdings nie ausgeführt wurde.

Die Ausstellung zeigt anhand von Bauzeichnungen und Gartenentwürfen einen kleinen Einblick in das umfängliche Schaffen von Krubsacius und stellt seinen Einfluss auf die Wolkenburger Vorhaben heraus.


Hinweise für Besucher:
Geöffnet ist Schloss Wolkenburg täglich außer montags von 14 bis 17 Uhr.

Die Terminbuchung erfolgt vor Ort mit der Anmeldung und der Hinterlegung der Kontaktdaten. Ein tagesaktueller Negativ-Test oder der Nachweis der vollständigen Impfung bzw. Genesung ist notwendig. Außerdem gelten die gängigen Hygienemaßnahmen in den Räumen der Museen.

Der Schlosspark mit seinen zahlreichen Eisenkunstguss-Figuren kann ohne Einschränkungen und auch außerhalb der o.g. Öffnungszeiten besucht werden.

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